Dienstag, 27. September 2016

Zuhause

Seit 1 1/2 Wochen sind wir nun wieder in Berlin und viel Zeit zum Durchatmen und Ankommen hatte ich noch nicht.

Unsere letzten Tage der Reise in Bogotá (sie kommen mir schon wieder ewig weit weg vor) haben wir auch nicht mehr ganz so sehr genießen können. Die Gedanken waren schon viel zu oft in Berlin...wann ist welcher Termin, was muss ich noch machen, wo finde ich einen neuen Job,... ich denke, ihr alle kennt das.
Bogotá ist uns trotzdem als eine schöne Stadt in Erinnerung geblieben. Mit viel Musik, viel Natur ringsherum und einer schönen Atmosphäre. Wir sind mit der Seilbahn zum Monserrate hoch gefahren und haben den Ausblick über die Stadt auf der einen und die Berge auf der anderes Seite genossen, sind durch die Altstadt, la Candelaria", gebummelt, haben uns bei Regen in die schönen Cafés geflüchtet und haben die letzten Mitbringsel gekauft.

mit der Gondel ab nach oben









unterwegs in der Altstadt

Plaza Bolívar




Am Donnerstag ging es dann in aller Frühe zum Flughafen. Sieben Stunden zu spät ging es dann auch endlich über Miami und London ab nach Berlin. Wir sind gut angekommen, unser Gepäck ein par Tage später zum Glück auch. Am Flughafen war die Freude groß, als wir meinen Bruder Birk und meine Nichte Esperanza sahen, die gekommen waren um uns zu begrüßen. Zuhause gab es Zucchinipuffer...so war das fehlende Gepäck auch erstmal nicht so schlimm.



Am Montag ging es dann für mich auch wieder richtig los mit einer anstrengenden, aber schönen Seminarwoche. Letztes Wochenende hatte ich Ehemaligenkonzert von meiner alten Schule und jetzt...kommt alles andere. Morgen habe ich mein erstes Vorstellungsgespräch, ich möchte endlich einen Nebenjob im sozialen Bereich haben, am Freitag die erste Orchesterprobe beim Sinfonieorchester Schöneberg,...ein bisschen werde ich meinen Alttag hier also verändern, vielleicht sogar verschönern.

Und Flipsi? Der fährt jeden Tag in die Uni und übt...ansonsten sucht er einen Job.

Und..so froh wir auch sind, wieder Zuhause in Berlin zu sein...wir vermissen unser Zuhause in Granada. Unsere Nachbarn, unsere kleine Wohnung, Spanisch. Und Lateinamerika sowieso. Aber das ist das Schöne am Reisen...plötzlich kann man so viele Orte Zuhause nennen. Plötzlich bringt einen ein einziges Lied, ein Geruch oder vielleicht ein kleines Mitbringsel wieder zurück, an einen der wunderschönen Orte, die wir sehen durften.

Vielen lieben Dank an alle, die uns auf dieser Reise begleitet haben...Leute, die wir getroffen haben, Freunde, mit denen wir fast täglich in Kontakt standen, alle, die ab und an mal an uns gedacht haben und natürlich ein dickes Danke an alle, die diesen Blog verfolgt haben und mit uns gemeinsam Spaß an unserer Reise hatten!
Tschüss...wir sehen uns jetzt wieder im echten Leben. Und ich verspreche euch: Die Reiselust ist noch lange nicht gestillt und dieser Blog war bestimmt nicht der letzte, den ich geschrieben habe.


Besos aus Berlin-Mahlsdorf

Montag, 12. September 2016

Tayrona, Palomino und Paso del Mango

06.09. - 12.09.2016

Ein par herrliche Karibik-Strand-Tage liegen hinter uns!
Letzten Diensatg ging es los zum Tayrona-Nationalpark. Mit dem Bus bis zum Eingang des Parkes und dann eine schoene Wanderung bis zum Strand Cabo de San Juan. Die Wanderung fuehrt einen durch die herrlichste Natur! Wir konnten wieder die verschiedensten Tiere sehen....Geckos, Affen,...und so schoene Pflanzen! Auch die Wege sind schoen gemacht, nebenbei kann man, anhand von Schildern, noch einiges ueber die Tayrona, das dort lebende, indigene Volk lernen. Auf dem Weg haben wir dann auch tatsaechlich noch als Ueberraschung unsere deutschen Reisefreunde getroffen, die wir von unserer Kaffeetour kennen und denen wir schon zufaellig in Cartagena begegnet waren. Die beiden haben uns auch schon vor den feuchten Zelten gewarnt, die uns am Ende erwarten wuerden...und sie sollten Recht behalten. 
Am Ende unserer Wanderung kamen wir am wunderschoenen Cabo an, voellig durchgeschwitzt haben wir uns erstmal ins Meer gestuerzt, Flipsi mit Schnorchel und Taucherbrille, denn auch hier gab es wieder einiges zu entdecken. Danach fing es dann auch bald an zu regnen und die Zelte, die ohne Ueberzelt aufgebaut sind bekamen jeweils eine grosse schwarze Plastikfolie uebergezogen. So kam weder Feuchtigkeit nach innen, noch nach aussen...wir waren froh, dass noch keine Schlafenszeit war! Nachts hoerte es zum Glueck wieder auf zu regnen, aber die Matratzen, die sowieso jede Nacht jemand anderes vollschwitzt (Bezuege gibt es nicht), waren schon nass von der Feuchtigkeit. Na ja, eine Nacht haelt man das schon mal aus. 
Am naechsten Tag ging es aus dem Zelt hinaus, ab ins Meer. Danach haben wir noch gefruehstueckt und dann auch bald unseren Rueckweg angetreten. Zum Bleiben ist es einfach zu heiss tagsueber! Irgendwo auf dem Rueckweg nahmen wir eine falsche Abbiegung und landeten auf dem Reitweg - so etwas passiert auch wieder nur uns. Die Touristen, die zu faul zum Laufen sind, koennen sich am Eingang den Parkes ein Pferd mieten, ihr glaubt nicht, was da fuer ein Betrieb auf dem Reitweg war! Aber angekommen sind wir Gott sei Dank trotzdem...






Angekommen am Cabo de San Juan



der Kampf mit der Kokosnuss...Flipsi hat verloren



eine Riesenechse, ungefaehr ein Meter lang, die uns auf unserem Weg erschrocken hat






Dann ging es fuer uns weiter nach Palomino, ein kleines Dorf mit einem wunderschoenen, weissen, langen Sandstrand mit Palmen. Dort angekommen suchten wir uns ein Hostel, statteten dem Meer noch einen Besuch ab und gingen bald schlafen. Am naechsten Tag wachte ich mit einem Magen-Darm-Infekt auf und konnte mich den ganzen Tag nicht vom Hostel wegbewegen. Ein Glueck gab es dort schoene Haengematten im Schatten! Und ein Glueck...ist Enio nachmittags gekommen! Enio, mein Freund aus Guatemala, erinnert ihr euch? Mit Enio sind wir doch in Peru schon zusammen gereist und wie der Zufall es so wollte, konnten wir uns nun noch einmal hier in Kolumbien sehen, das war eine Freude! Voller Tatendrang, wie immer, kam Enio im Hostel an und die Jungs sind losgezogen an den Strand...surfen. Ahnung davon hatte keiner von beiden, aber als sie wiederkamen, waren sie happy und haben mir voller Stolz erzaehlt, wie sie es ein-/zweimal geschafft hatten, sich fast hinzustellen. 
Am naechsten Tag ging es mir ein bisschen besser und wir konnten hoch ins Dorf schlendern, um einen schoenen Saft zu trinken. Nachmittags waren die Jungs nochmal am Strand, aber der Boardverleih hatte leider zu...vorher hatte es geregnet. Zurueck kamen sie stattdessen voller Stolz mit einer selbstgepflueckten und einer gefundenen Kokosnuss, die sie dann noch mit einer Machete und echter Manneskraft nach zwei Stunden geoeffnet bekommen haben. Das Kokoswasser war ein Genuss!
Am Morgen danach ging es dann als erstes rauf aufs Board, sogar ich hab da mal mitgemacht...na ja, ich bin ein bisschen rumgepaddelt, habe mich mal von der Welle mitnehmen lassen und mich ordentlich vom Wasser durchspuelen lassen. Aber so ganz unter uns: ich finde nicht, dass es bei den Jungs viel besser aussah, auch wenn sie das natuerlich anders sehen.




als es mir wieder gut ging gab es erstmal ne ordentliche Pizza und eine erfrischenden "limonada natural" ohne Zucker

Nach unserem kleinen Surfexperiment haben Flipsi und ich zusammengepackt, uns mal wieder von unserem lieben Enio verabschiedet und sind mit dem Bus nach Bonda gefahren, von wo aus wir ein Motorrad zum Hostel Carpe Diem in Paso del Mango nehmen mussten. Das war schon ein bisschen abenteuerlich, es fing auch noch an zu regnen und die Strasse war nicht gerade die beste...aber wir sind gut angekommen. Und das Hostel war wirklich herrlich! Eigentlich ist es kein Hostel, sonden eine Unterkunft auf einer Bio-Kaffefarm. Wir haben uns natuerlich das billigste Zimmer geben lassen. Ein kleines Zimmer mit zwei Betten, im hintersten Winkel...aber dafuer in unserer Preisklasse. Als wir allerdings am naechsten Tag aufwachten, roch es nicht gerade gut in unserem Zimmer und als wir bemerkten, dass auf dem Dach, direkt ueber uns irgendetwas herumtapste, sagten wir dann doch mal bescheid an der Rezeption. Und was war es? Ratten, iiiihhhhh!! Da haben wir doch gleich mal nett nach einem anderen Zimmer gefragt...und ihr glaubt nicht, was wir daraufhin bekommen haben: eine Oeko-Luxus-Huette. So wird die dort genannt. Das teuerste, was man dort mieten kann, zum Preis von unserer Abstellkammer, ihr glaubt nicht, wie gluecklich wir waren! Mit grossem, gemuetlichem Doppelbett (so gut haben wir glaube ich auf der ganzen Reise noch nicht geschlafen) und eigenem Privatbad! Ich wollte nie wieder dort weg! 


unsere Luxushuette

An dem Tag haben wir eine Tour durch einen nahegelegenen Park auf einem Privantgrundstueck unternommen. Dort konnte man Tiere und Pflanzen beobachten. Danach waren wir auf einer Kakaofarm. Einer ganz kleinen, privaten, wo wir eine tolle Fuehrung, nur fuer uns beide hatten und unsere eigene Schokolade hergestellt haben...ein voller Erfolg! 


auf Entdeckungstour durch den Park


Schildkroeten, die in der freien Wildnis nicht ueberleben wuerden, werden hier aufgenommen





Steinritzerei der Tayroner





der offizielle Weg zur Kakaofarm. Hier muss man oft den Fluss durchqueren um von A nach B zu kommen, notfalls fahren die Einheimischen hier auch mit dem Motorrad durch

die Kakaofrucht

das Fruchtfleisch ist oberlecker!

die geroesteten Kakaobohnen

die geschaelten, geroesteten Bohnen werden zerquetscht

ein bisschen Zucker, ein bisschen Zimt und fertig ist die (Trink-)Schokolade

auf dem Rueckweg zur Unterkunft konnten wir den groessten Schmetterling der Welt bestaunen. Die Fluegeloberflaeche strahlt wunderschoen blau


Wir waren wirklich froh, dass wir noch nach Paso del Mango gefahren sind. Dadurch, dass es ein bisschen hoeher gelegen ist und jeden Tag regnete, waren die Temperaturen dort auch super angenehm und es war eine echte Erholung vom heissen Strand.
Nach einem schoenen Bad im Fluss ging es heute wieder zurueck nach Santa Marta.




Montag, 5. September 2016

Cartagena, Barranquilla und Santa Marta

30.08. - 05.09.2016


Endlich sind wir in der Karibik, dem "Ziel unserer Reise", wie Flipsi so schoen sagte...wobei natuerlich eigentlich die ganze Zeit der Weg das Ziel war und ist.
In Cartagena merkten wir schnell, was alle meinten, als sie uns vor der Hitze warnten. Feuchte Hitze, viele Muecken, und doch unglaublich schoen! Cartagena ist eine typische Kolonialstadt, aber trotzdem im karibischen Stil...bunte Haeuser und so viele Blumen ueberall! Eine schoene Stadt, ein schoenes Lebensgefuehl!



Nach zwei Naechten in Cartagena sind wir weiter nach Barranquilla gefahren, einer grossen Stadt, in der es eigentlich wenig zu sehen gibt. Die Fahrt hat etwas laenger gedauert als gedacht...und zwar ganze drei Stunden (die Fahrt dauert eigentlich nur zwei Srunden insgesamt)! Hier scheint es ab und zu mal vorzukommen, dass Strassen gesperrt sind oder ein Beamter fehlt, der eigentlich den Verkehr regeln sollte...dann wird eben gewartet. Auch dort sind wir zwei Naechte geblieben und haben die meiste Zeit des Tages im kuehlen Einkaufszentrum verbacht. Nachmittags sind wir dann noch mit dem Bus zum Puerto Colombia gefahren, dem ehemals wichtigsten Hafen Kolumbiens. Die Fahrt dauerte eine gute Stunde und zu sehen gab es tatsaechlich nicht so viel. Den Hafen gibt es nicht mehr und der ehemalige, riesige Landungssteg ist groesstenteils verfallen. Schoen war es, aber wir haben es uns spektakulaerer vorgestellt. Auch die Bars waren alle geschlossen, dort sollte man wohl lieber mal am Wochenende hinfahren.

das Warten auf die Weiterfahrt

im Einkaufszentrum. alle mit Trikots von der kolumbianischen Fussballmannschaft, die an diesem Tag in Barranquilla gegen Venezuela spielte und gewann

Puerto Colombia

und weiter geht die Reise


Seit Freitag sind wir nun in Santa Marta. Eine tolle kleine Sradt! Direkt am Meer, mit gemuetlichen Caffés und schoenen Strassen. Rund um den "Plaza de los novios" war Freitag- und Samstagabend viel los. Am Freitag hat eine Cumbiaband gespielt umd am Samstag haben wir bei einer leckeren limonada natural noch ein bisschen entspannte Live-Musik in einer Bar genossen. Gerade ueber die Cumbiaband haben wir uns gefreut...obwohl die Cumbia von hier kommt, ist es fast unmoeglich hier noch einen Ort zu finden, wo sie auch gespielt wird. Die Einheimischen haben uns gesagt, dass die Cumbia vor Allem in den Staedten inzwischen durch Raeggeton ersaetzt wurde, der Musik, die die Jugendlichen heutzutage hoeren...das ist so schade!


Cumbia Cuuumbia
https://www.youtube.com/watch?v=pb6p-guBOu4 :fuer alle, die mal eine schoene, traditionelle Cumbia hoeren wollen

die Kathedrale



Gestern sind wir ins nahegelegene Fischerdorf "Taganga" gefahren und haben spontan eine Tour zum "Playa Cristal" mitgemacht...und die hat sich sowas von gelohnt! Mit einem Boot ging es in rasanter Fahrt vierzig Minuten lang durch die hohen Wellen. Manchmal hatten wir alle fast ein bisschen Angst. Als wir klatschnass am Strand ankamen, wussten wir: die Fahrt war nicht umsonst. Ein Karibikstrand wie aus dem Bilderbuch! Palmen, strahlend blaues Wasser,...einfach wunderschoen. Von unserer Tour aus wurden wir sogar mit einer Unterwasserkamera und Schnorchel und Taucherbrille ausgestattet...und wir konnten tatsaechlich richtig viele Fische sehen! Ein zauberschoener Ort.
Zum Mittag  gab es fuer Flipsi Fisch, fuer mich Reis mit Gemuese, beides sehr lecker, aber den Fisch hat Flipsi abends ordentlich gemerkt...
Zurueck in Taganga haben wir uns noch den kleinen Ort angeguckt und sind schliesslich wieder nach Santa Marta zurueck gefahren.



















Morgen fahren wir in den Nationalpark Tayrona. Auch dort soll es wunderschoene Straende geben und im Regenwald landen wir da wohl auch nochmal...