Dienstag, 16. August 2016

Tarapoto, Ayahuasca und Pepe, unser "Sanador" (Heiler)

10.08. - 13.08.2016


Tarapoto ist eine gar nicht mal so kleine Stadt, im Regenwald...Im Regenwald "light", wir der Reiseführer so schön sagt. Morgens sind wir angekommen und nachdem wir ein Hostel gefunden hatten haben wir uns ein bisschen die Stadt angeguckt und uns an das schwüle Klima gewöhnt. Schöne Straßen, voll mit Tuk-Tuks und Motorrollern (fast niemand fährt Auto), alles grün, ein kleiner Markt, ein Plaza de Armas und freundliche Menschen...so haben wir Tarapoto erlebt. 


Strasse in Tarapoto mit Mototaxis (Tuk-Tuks)

der Plaza de Armas einmal ganz anders




Nachmittags haben wir uns mit Juan-Carlos getroffen, dem Kontakt, den uns Lucia vermittelt hatte, der Pepe, den Heiler kennt. Er hat uns nocheinmal alles erklärt, über das Zentrum "Dos Mundos", wie es dort so abläuft und was man vorher wissen muss.

Am nächsten Tag ging es dann los. Wir haben uns bei Pepe getroffen, der gerade aus Lima kam und ein Haus in Tarapoto hat. Schon dort konnten wir das erste Mal die Ayahuasca kennenlernen, die Juan-Carlos noch nahm, bevor wir anderen uns zum Zentrum "Dos Mundos" aufmachten.
Das Zentrum liegt zwei Stunden von Tarapoto entfernt, ein bisschen abgelegen und wunderschön. Mitten im Grünen, im Regenwald mit freilaufenden Hühnern, Hunden, Affen, Kröten,...ein Haufen Tiere! Es ist super ausgestattet mit einem größeren Haus, welches als Küche und Gemeinschaftsraum dient und mehreren kleinen Häusern für die Gäste/Patienten.

Wir sind angekommen, haben unsere Sachen abgestellt und...los ging es. "Ayahuasca?" war die erste Frage, die wir hörten und ein wenig überrumpelt sagte ich ja. Schließlich waren wir ja zum Heilen da und wenn die Ayahuasca dafür notwendig wäre, warum warten, dachte ich mir. Juan-Carlos hatte uns vorher erklärt wie das abläuft. Die ersten und notwendigen Male, die man Ayahuasca bekommt, sind zur Reinigung des Körpers. Nicht zum halluzinieren, nicht um die Tür zu anderen Welten zu öffnen...nur zur Reinigung.
Ayahuasca ist ein Getränk, welches aus bestimmten Pflanzen gebraut wird. Es wird viel und schon seit Urzeiten von Schamanen eingesetzt, vor allem jedoch um dem halluzinierenden Effekt zu erhalten, den ich auf keinen Fall haben wollte.
Die Reinigung verläuft so, dass man Ayahuasca nimmt, soviel, wie Pepe einem eben gibt, ein bisschen Wasser hinterher trinkt, die Ayahuasca eine halbe Stunde durch den Körper fließen lässt und schließlich so viel Wasser trinkt, dass man alles ausbricht...alle negativen Energien, Blockaden,...,die die Ayahuasca auf dem Weg durch den Körper findet.
Für die Einnahme gibt es im Zentrum "Dos Mundos" einen extra Platz. Irgendwie ist es verrückt und auch ein bisschen gruslig , wenn dort eine Gruppe Menschen im Kreis sitzt, jeder mit einem riesigen Eimer vor sich und sich so sehr übergibt, dass einem Hören uns Sehen vergeht.
Aber sei es drum. Mutig wie ich war, ließ ich mir also von Pepe die Ayahuasca überreichen, (er gab sie mir mit den Worten "Heute ist der Kosmos großzügig mit dir.", was immer das auch heißen sollte) und wartete. Und nach 15 Minuten ging es los. Ich weiß nicht, ob ich einfach nur sehr sensibel für soetwas bin oder ob ich eine besondere Verbindung zu der Pflanze hatte aber...mein Kopf fing an zu wummern, ich habe Lichter gesehen, mir Gespräche eingebildet, die nicht stattgefunden haben, überall Gesichter und Menschen gesehen...und ich wollte einfach nur, dass es aufhört. Ich musste auf Toilette und konnte nicht gehen, denn an laufen war nicht zu denken und als ich endlich endlich Wasser trinken durfte...hörte es einfach nicht auf. Mir war so schwindlig und ich hab getrunken und getrunken, mich übergeben wie ein Wasserfall. Aber das Gefühl ging nicht weg. Flipsi, der Gute, hat mit Beistand geleistet...er hat mich auf die Toilette gebracht, irgendwann meinen Eimer weggebracht und ausgewaschen und mich schließlich ins Bett verfrachtet. Am nächste. Morgen war die Wirkung der Ayahuasca immernoch nicht raus....mein Kopf summte nich ordentlich, aber...ich konnte wieder alles eigenständig machen und nach einem Schläfchen in der Hängematte hörte es endlich endlich auf.

Nachmittags waren wir beide bei Pepe zur "Untersuchung". Dabei knackt Pepe einmal den ganzen Körper durch und untersucht die Energien, Traumata, Gesundheit,...im Körper. Dabei drückt er auf bestimmte Punkte, dir blockiert sind, um Blockaden zu lösen und die Energien wieder frei fließen zu lassen... Ihr glaubt nicht, wie sehr das wehtun kann!!
Bei Flipsi hat er fünf negative Energien entdeckt, Gefahr von Arthritis und ein angeschlagenes zentrales Nervensystem. Bei mir waren es nur drei negative Energien, ein bisschen geschwächtes Lungensystem und ein katastrophales Verdauungssystem. Außerdem ist mein Hauptchakra, welches im Bauch sitzt, völlig blockiert...das kommt vor allem durch emotionale Blockaden. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr das wehgetan hat, als er auf die Punkte im Bauch gedrückt hat....ich hab geschrien und geheult, aber ich denke, es hat wirklich etwas gebracht.
Behandlungavorschlag: für Flipsi 5-6mal Ayahuasca, für mich 3-4mal Ayahuasca zur Reinigung des Körpers von den schlechten Energien , danach dann Heilung mit Hilfe anderer Pflanzen. Für Flipsi war vorher klar: Ayahuasca ist nicht sein Ding und ich...ich hatte genug. Das erste Mal war zu viel für mich, noch drei oder vier davon, daß hätte ich nicht ausgehalten. Einen anderen Weg gibt es bei Pepe nicht...also sind wir heute wieder abgefahren.



eines der wenigen eingesperrten Tiere...noch nie zuvor haben wir einen weissen Pfau gesehen!





die Affen...man muss aufpassen, dass sie sich nicht an einem festklammern, dann wird man sie nicht so schnell wieder los

das Labor, in welchem gerade die Ayahuasca vor sich hinköchelt


Es war eine unglaubliche Erfahrungen und tatsächlich glaube ich an all das, was Pepe dort macht, einschließlich an die Wirkung durch Ayahuasca. Und mehr als das: es hat mir geholfen. Trotzdem ich nicht einmal die Hälfte der Therapie mitgemacht habe, kann ich wieder alles essen. Vielleicht waren es die Blockaden, die ich vor Allem im Bauch hatte, vielleicht auch die Ayahuasca...vielleicht ist es das, was Pepe meinte, als er zu mir sagte "Heute ist der Kosmos großzügig mit dir"...vielleicht hat die Ayahuasca gleich beim ersten Mal genau das rausgespült, was für mich das Schlimmste war. Für mich ist es wie ein Wunder, ich denke, Pepe war es vorher klar. Und sollte all das wiederkommen...dann vermutlich, weil ich mich nicht komplett von innen gereinigt habe.
Und noch etwas: Pepe meinte zu mir, ich solle mir keine Gedanken über meine Allergien machen. Allergien gäbe es nicht, das sei eine Erfindung der Ärzte. Also nehme ich keine Allergietabletten mehr. Ich merke es ganz schön , aber vielleicht kann sich mein Körper wieder daran gewöhnen. Vielleicht finde ich Zuhause auch einen anderen Weg, als Tabletten....Sogar Pflanzen gibt es,die Antihistaminika enthalten!

Ich fand es beeindrucked und gleichzeitig erschreckend...alles dreht sich im Zentrum um Ayahuasca, sogar Kindern wird es gegeben. Vielleicht hat die Pflanze bei mir auch nur eine krasse Wirkung gehabt, das ist ja bei jedem unterschiedlich, aber...
Wir sind froh und dankbar, dass wir dort waren! Und wenn irgendjemand mal nicht mehr weiterkommt mit der Schulmedizien und einfach keinen Ausweg mehr sieht, dann gebe ich mehr als gerne den Kontakt weiter.

Jetzt geht es für uns weiter...Richtung Ecuador und damit Richtung Kolumbien.
Peru war herrlich und wir haben glaube ich alles mitgenommen, was ging...aber jetzt wird es Zeit für etwas Neues!



eine Busfahrt durch herrliche Landschaft und Natur


Und das war Peru für uns: Cusco/Machu Picchu - Puno/Taquile - Arequipa/Colca-Canyon - Paracas - Lima - Huaraz - Huanchaco/Trujillo - Tarapoto/"Dos Mundos"





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